Front & Fächer
Die Gruppe Front ist das Herzstück: Hier teilst du den Korpus in Fächer auf und legst für jedes Fach fest, was vorne sitzt — nichts (offen), Türen oder Schubladen. Türen und Schubladen haben jeweils eigene Detail-Optionen (Scharniere bzw. Eckverbindung, Höhen, Boden).

Der Fächer-Baum (Aufteilung)
Oben in der Gruppe siehst du den Fächer-Baum. Jeder Korpus startet als ein einziges Fach (die Wurzel). Du kannst jedes Fach beliebig weiter teilen — auch verschachtelt, also ein Raster aus Fächern.
- Fach wählen: Auf die Bezeichnung eines Fachs klicken — darunter erscheinen seine Front-/Boden-Optionen.
- Senkrecht teilen (⬌): Fügt eine Mittelwand ein → linkes + rechtes Unterfach.
- Waagerecht teilen (⬍): Fügt einen Trennboden ein → unteres + oberes Unterfach.
- Teilung entfernen (✕): Hebt die Teilung auf; das erste Unterfach wird wieder zum Fach (seine Konfiguration bleibt erhalten).
- Position (%): Bei einer ausgewählten Teilung verschiebst du den Teiler (15–85 % der inneren Breite bzw. Höhe).
Warum so: Mit dem Baum baust du z. B. links Schubladen und rechts eine Tür in einem Korpus, oder ein 2×2-Raster. Jedes Blatt-Fach ist unabhängig konfigurierbar. Wählst du einen Teilungsknoten, kannst du nur dessen Position ändern — zum Konfigurieren wählst du ein Blatt-Unterfach.
Hinweis zur Geometrie der Teilung
Eine Mittelwand/ein Trennboden ist eine echte Platte (Rolle „Mittelseite") in Korpus-Materialstärke. Innenliegende Teiler enden bewusst etwas vor der Rückwand, damit sie nicht mit Rückwand-Nut/-Falz kollidieren. Die Teilerposition wird intern auf 15–85 % begrenzt, damit kein unbaubar schmales Fach entsteht.
Variante (Front-Typ je Fach)
Für ein ausgewähltes Blatt-Fach wählst du die Variante:
Offen
- Was es macht: Kein Front-Element — ein offenes Fach / Regal.
- Wann man es nutzt: Regale, Nischen, Fächer die offen bleiben sollen. Bei „Offen" (und bei „Türen") erscheinen darunter die Einlegeböden.
- Vor- & Nachteile: Kein Beschlag, voller Zugriff; kein Staubschutz/keine Verdeckung.
Türen
Siehe Abschnitt Türen unten.
Schubladen
Siehe Abschnitt Schubladen unten.
Türen

Anzahl Türen
1 (einflügelig) oder 2 (zweiflügelig). Zweiflügelig teilt die Öffnung mittig auf zwei Türen mit Fuge dazwischen.
Aufschlagend (overlay) vs. eingelassen (inset)
- Aufschlagend an: Die Tür liegt vor dem Korpus und überdeckt die Stirnkanten (Overlay). Das ist die moderne Standardbauweise.
- Aufschlagend aus: Die Tür liegt in der Öffnung (eingelassen/inset), bündig mit der Korpusvorderkante.
Wichtig: „Aufschlagend" ist eine Entscheidung für den ganzen Korpus — sie gilt einheitlich für alle Türen und Schubladen aller Fächer (sonst würden Fronten in einer Reihe unterschiedlich überstehen).
- Vor- & Nachteile aufschlagend: Verdeckt die Korpuskanten, verzeiht Toleranzen, voller Öffnungsquerschnitt. Steht vor dem Korpus.
- Vor- & Nachteile eingelassen: Klassische, flächenbündige Optik (Tür sitzt „im" Möbel); verlangt enge, gleichmäßige Fugen und damit mehr Präzision.
Außen volle Überdeckung (bis an die Kante)
Nur bei aufschlagenden Türen: Die äußeren Türen decken den Korpus bis an seine
Außenkanten ab (kein umlaufender Schattenfugen-Reveal); die Fuge zwischen den
Türen bleibt. Aus = ein gleichmäßiger Fugenmaß-Reveal rundum (Standard, richtig
für Korpusse, die in einer Reihe nebeneinanderstehen).
Fugenmaß
Der Spalt rund um und zwischen den Fronten (0–10 mm, Standard 3 mm). Bestimmt Optik und Funktion: zu eng klemmt, zu weit wirkt unsauber.
Türmaterial
Eigene Materialwahl für die Türen (unabhängig vom Korpus, z. B. eine 19-mm- Dekorplatte).
Topfbänder (Scharniere)
Die Topfband-Einstellungen — inkl. Bandseite (auf welcher Kante die Bänder sitzen und damit, wohin die Tür öffnet) — liegen unter Beschläge & Bohrungen, zusammen mit Griffen und Auszügen.
Schubladen

Anzahl Schubladen
Anzahl gestapelter Schubladen (1–8). Bei Änderung werden die Höhen neu gleichmäßig verteilt.
Aufschlagend
Wie bei Türen — gilt korpusweit (siehe oben). Aufschlagende Schubladenfronten überdecken den Korpus, eingelassene sitzen in der Öffnung.
Fugenmaß
Spalt um/zwischen den Fronten (0–10 mm, Standard 3 mm).
Schubkasten & Auszug
Das Auszugssystem und die Auszugslänge wählst du zentral unter Beschläge & Bohrungen (pro Korpus) — dort werden auch die Schienenlöcher gebohrt. Das gewählte System bestimmt, was hier bei der Schublade zu konfigurieren ist:
- Holzkasten (Seitenführung/Unterflur oder Eigene (Maße)): der Kasten wird gebaut — mit den Optionen unten (Schienenspiel, Boden, Front-Typ, Eckverbindung).
- Metallzarge (Legrabox, Metabox, Tandembox antaro, Vionaro): die Seiten sind die Metallschiene (nicht modelliert). Es entsteht kein Holzkasten — nur Boden und Rückwand werden auf Herstellermaß zugeschnitten; die Holzkasten-Optionen unten entfallen.
Schienenspiel/Seite
Das Spiel pro Seite zwischen Schubkasten und Korpus für das Auszugssystem (5–20 mm, Standard 13 mm — passend zu einem 25-mm-Vollauszug). Bestimmt die Breite des Schubkastens (Korpus-Lichte minus 2× Schienenspiel).
Boden (Schubkastenboden, bottomMount)
- In Nut eingelegt (rundum): Boden in einer Nut in allen vier Kastenteilen — sauber, verdeckt, beim Zusammenbau eingelegt (dünner Boden, z. B. 6 mm HDF).
- In Nut, von hinten eingeschoben: Nut nur in Seiten + Front; der Boden wird hinten eingeschoben (Rückstück offen).
- Untergesetzt (aufgeschraubt): vollflächiger Boden unter den Kasten geschraubt/genagelt — einfach, ohne Nut, leicht zu tauschen; üblich bei Werkstatt-/Nutzschubladen.
Front (Front-Typ, frontType)
- Aufgesetzte Blende: Eine separate Frontblende wird vor den Kasten geschraubt; der Kasten hat ein eigenes Vorderstück dahinter (Standard). Lässt sich später ausrichten — die Profi-Lösung.
- Integrierte Front (massiv): Keine separate Blende — das Vorderstück des Kastens ist die Schauseite (Frontmaterial, mit den Zargen verbunden). Die klassische Massivholzschublade; die einzige Bauweise, bei der ein halbverdeckter Schwalbenschwanz vorne sichtbar zum Tragen kommt.
Eckverbindung Schubkasten
Wie die Kastenecken verbunden sind:
- Stumpf: Vorder-/Rückstück sitzen zwischen den Zargen (einfacher Standard).
- Fingerzinken: ineinandergreifende Finger; Vorder-/Rückstück spannen über die volle Kastenbreite.
- Schwalbenschwanz (offen): durchgehende Schwalbenschwänze — die Zargen tragen die Schwalben, Vorder-/Rückstück die Zinken.
- Schwalbenschwanz (halbverdeckt): vorne halbverdeckt (verdeckt auf der Schauseite), hinten durchgehend — der klassische Schubkastenverbund.
Zusatzfelder:
- Fingerbreite (6–40 mm, bei allen außer „Stumpf"): ein fester Raster über alle Schubladen und alle vier Ecken, damit überall die gleiche Teilung läuft (Teilzellen fallen an die Enden). 0 = automatisch.
- Zinkenwinkel (5–20°, Standard 8°, nur bei „Schwalbenschwanz offen"): wie ein Schwalbenschwanz-Fräser verkauft wird.
Frontmaterial
Material der Schubladenfront (unabhängig vom Korpus und Kasten).
Höhen einzeln festlegen
Ab 2 Schubladen: Statt gleichmäßiger Aufteilung gibst du jede Fronthöhe einzeln vor.
- Was es macht: Aktiviert die Einzelfelder „Höhe Schublade N". Beim Ändern einer Höhe verteilen sich die übrigen automatisch neu, damit der Stapel immer exakt in die Öffnung passt (die Summe bleibt konstant).
- Höhe fixieren (Schloss-Symbol): Eine fixierte Höhe bleibt unverändert und wird beim Neuverteilen ausgespart — so hältst du z. B. eine flache oberste Lade fest und lässt nur die unteren wachsen.
- Wann man es nutzt: Werkzeugschränke, Besteckeinsätze, bewusste Höhenstaffel (flach oben, tief unten).
- Vor- & Nachteile: Volle gestalterische Kontrolle; das automatische Umverteilen verhindert, dass die Summe die Öffnung über-/unterschreitet (jede Lade behält mind. 40 mm). Ohne diese Option teilt die App die Öffnung gleich auf.
Weiter: Einlegeböden